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Freitag, 22. Oktober 2010, 13:18

Gigantischer Ölverbrauch nach Motorumbau!

Hi Jungs.

Nach meinem Motorumbau von 1.5 16V auf 1.9 16V habe ich ein riesengroßes Problem:
Der Motor verbraucht auf 50km je nach Fahrweise 2-3 Liter Öl! Im kalten Zustand qualmt
er hinten sogar derartig raus, das dass echt eine Verkehrsgefährdung darstellt, ohne Mist!

Damit es kein Roman wird, erstmal kurz und knapp ein paar Fakten:
- 1.9er Spendermotor wurde noch im Spenderfahrzeug geprüft. Hat weder Wasser, noch Öl verbrannt. Nicht gequalmt, geklappert, gejault oder sonstwas.
- 1.9er Spendermotor ausgebaut, Zylinderkopf demontiert und zum Motorenbauer verschickt (Ventile eingeschliffen, neue Schaftdichtungen, 3/10 geplant, Ein- und Auslasskanäle etwas bearbeitet)
- Motorblock über die Brennräume währenddessen mit Diesel gefüllt (Tip vom Motorenbauer). Es hat Taaaage gedauert, bis der Füllstand in den Brennräumen mal abgesackt ist. Bis ich 7 Liter Diesel im Motorblock hatte vergingen mehrere Wochen. Also konnten die Kolbenringe schonmal nicht schlecht sein.
- überarbeiteten Zylinderkopf mit neuer Kopfdichtung eingebaut, alles und jede Schraube in vorgeschriebener Reihenfolge und mit vorgeschriebenem Drehmoment angezogen. So hab ich das bei allen Schrauben gemacht, damit ich auf der sicheren Seite bin (ausser irgendwelche 5er Masseschrauben oder sowas...)
- 1.9er Motor in meinen Mazda eingebaut, alles angeschlossen und laufen lassen. Alles entlüftet und so weiter. Aber seit Anbeginn tut er im kalten Zustand extrem weiß qualmen und im warmen Zustand dann bläulicher Rauch . Zudem steht der Zündverteiler auf Anschlag bei Frühzündung, da des Gemisch wohl sonst gar nicht zündbar wäre. Hatte (wg der Frühzündung) einen auch falsch aufgelegten Zahnriemen in Verdacht. Und trotz allem: Er hatte Leistung.

Nach ein paar Testfahrten steht fest: Der schluckt fast mehr Öl als Benzin. Auch der weiße Qualm beim Kaltstart ist verbranntes Öl, denn er zieht sich kein Tropfen Wasser. Also ich zu mir in die Arbeit (Mazda Autohaus) gefahren und die Kollegen mal drüberschauen lassen, ob die was finden. Zahnriemen stimmt soweit, Kompression hat er auch (bei der Menge an Öl im Brennraum ja sowieso). Alle 4 Brennräume sind mit Öl geflutet. Und da er vorher ja wirklich kein Öl verbrannt hat, muss der Fehler in den Teilen liegen wo etwas geändert wurde. Fällt also somit nur der Zylinderkopf ins Visier (Kopfdichtung, Schaftdichtungen, ..).

Lösungsvorschlag 1: Also hatten wir einen Einbaufehler der Ventilschaftdichtungen im Visier, ergo 16 neue Original Mazda Ventilschaftdichtungen (130,- €...) gekauft und von den Kollegen verbauen lassen. Resultat: Er qualmt noch genauso! Gut, das ganze Öl muss ja erstmal wieder aus dem Auspuff raus, denn selbst in den Siebeinsätzen der Endrohre stand das Öl drin. Daher haben wir ihn 5-10 Minuten laufen lassen und hin und wieder bei erhöhter Drehzahl gehalten. Ende vom Lied: Es fehlt 1 Liter Öl in der Ölwanne und die Brennräume sind wieder mit Öl geflutet. Das wars also nicht!

Lösungsvorschlag 2: Kopfdichtung (warum auch immer) undicht, kaputt oder sonstwas. Kopf runtergebaut und gesehen - alles in Butter. Die Dichtflächen rund um die Brennräume sind alle trocken und auch sonst ist nirgends eine Undichtigkeit sichtbar. Der Zylinderkopf auch "plan" geplant, zumindest soviel uns unser Haarlinieal verrät. Die wars also auch nicht.

Wir sind irgendwie alle am Ende mit unserem Latein! Es kann doch nicht sein, dass man nicht herausfindet woher das ganze Öl kommt. Die Kolbenringe können wir echt ausschließen. Wenn die (bei 150.000km) so schlecht wären, dann hätten die auch vorher schon etwas Öl verbrannt. Und ich glaube auch nicht daran, zumal die Tagelang den Diesel gehalten haben und warum sollten die Ölabstreifringe mit einmal so extrem kaputt gehen, vorallem auf allen 4 Töpfen...

Ich bin ratlos. Das schlimme ist, es ist mein Winterauto und der Sommerwagen ist ab 1. November nicht mehr zugelassen. Unser ganzes Werkstatt-Team steht vor meinem zerlegten Motor und keiner weiß warum der soviel Öl durchzieht und woher es überhaupt kommt... :(


Liebe Grüße, Toni
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Spezialist für CNC Zylinderkopfbearbeitungen

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Freitag, 22. Oktober 2010, 17:25

Koppel doch mal die Kurbelgehäuseentlüftung ab.

Vielleicht saugt er dadurch das Öl an.

Ansonsten würde ich auf einen gerbochenen Kolbenring tippen, aber du hast ja Kompression.


LG
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3

Freitag, 22. Oktober 2010, 19:09

richtige kopfdichtung verbaut? Nicht das da ne Ölbohrung verschlossen ist.
Signatur von »Daywalker« LCR 1M in Sonnengelb: FMIC, Edel01 ab Turbo, B16Pss9, Cobra Imola S, GT28RS, Saugernocken, 356mm K-Sport VA, Spiderworx Ansaugbrücke, Sachs SRE Kit
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4

Freitag, 22. Oktober 2010, 19:35

DIe Kopfdichtung ist Original Mazda und wurde richtig verbaut, es war auch keine Ölbohrung verschlossen - sowas prüft man ja vor dem Einbau. Sie hat auch entsprechend gut gedichtet.

Heute habe ich die Ansaugbrücke zerlegt und gesehen: Die Ansaugbrücke steht komplett unter Öl. Hier und da lagen sogar kleine Pfützen. Die Kurbelgehäuseentlüftung ist im Block/Kopf integriert und geht dann über den Ventildeckel via Gummischlauch in die Ansaugbrücke rein. An der Drosselklappe ist die Ansaugbrücke noch furztrocken, auf der anderen Seite (wo die Entlüftung reingeht) absolut verölt. Ich kann mir aber nicht vorstellen, dass durch diese kleine Entlüftung soviel Öl durchgezogen wird. Zudem: Warum jetzt auf einmal? Und wie kann ich die Entlüftung weiter prüfen, der Schlauch selbst (mit dem Rückschlagventil) ist in Ordnung.

Der Motor ist ja komplett zerlegt.

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Tonicalibra« (22. Oktober 2010, 19:58)

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5

Samstag, 23. Oktober 2010, 01:22

ich bin ja kein Motorenexperte..... aber kann es sein, dass beim Zylinderkopf bearbeiten was schief gelaufen ist ??
Oder das Öl ungehindert durch die Ventile in den Brennraum kommt??

hmm hab grad gelesen... Ventilschaftdichtungen habt ihr schon gewechselt !
Schon sehr seltsam.... da er ja auch volle Kompression hat !
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6

Samstag, 23. Oktober 2010, 17:58

dann kann es ja nur über die entlüftung in den verbrennungsraum kommen. ist das rückschlagventil auch richtig im schlauch?
Signatur von »danny lu« TTQC, DTH chipped 334 ps :diablo: , Forge RS, k57 i kit, fidanza ems, sachs sintermetall, 3" downpipe, frontladeluftkühler von basti, Ölkühler, alu ansaug, H&R federn, IHI VF34, Scat Pleul, Mahle Kolben, 18" Binno, R32 Bremse, Schaltwegverkürzung, mtm- nocken, EDEL01 ab kat

Ducati 996 s
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7

Samstag, 23. Oktober 2010, 18:47

Aber sooooviel? Das Rückschlagventil ist richtig im Schlauch (wurde nicht
zerlegt) und die Kugel klappert auch wenn man den Schlauch schüttelt.

Anbei ein Bild vom Inneren der Ansaugbrücke. Der helle Fleck zeigt wie hoch das Öl dort
gestanden hatte. Auch sonst sind die Wände der Ansaugbrücke sehr vom Öl ausgewaschen.
Sieht aus wie der wellige Sand vom Meeresboden!

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8

Sonntag, 24. Oktober 2010, 03:34

kanns sein dass das öl sich mitdieselrücksänden vermischt hat und nun etwas dünnflüssiger ist und dadurch der ölabscheider in der entlüftung nichmehr richtig tut ?

bzw was hast du für ein öl eingefüllt )



ist die entlüftung im zylinderkopf richzig zusammengebaut ( abscheide bleche etc alles drinne ? )



lg
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9

Sonntag, 24. Oktober 2010, 11:37

Die KW-Entlüftung ist im Block und Kopf integriert, da kann man nichts zerlegen und falsch zusammenbauen. Die Entlüftung geht bis in den Ventildeckel und von dort mit einem Schlauch (inkl Rückschlagventil) zur Ansaugbrücke.

Diesel dürfte da kaum mehr drin sein, habe den Motor beim ablassen des Diesels am Motorkran hängend in allen nur möglichen Schieflagen positioniert gehabt. Also da dürfte kein Öl mehr drin sein. Eingefüllt habe ich Original Mazda 10W40. Und soviel Öl wie ich bislang nachgefüllt habe, dürfte da eh kein Diesel mehr drin sein..
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10

Sonntag, 24. Oktober 2010, 14:01

Also der Motor muss Druck aufbauen, ansonsten kann das nicht sein.

Ich würde alle Kolbenringe kontrollieren, da muss einer gebrochen sein.
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11

Sonntag, 24. Oktober 2010, 17:11

Also der Motor muss Druck aufbauen, ansonsten kann das nicht sein.

Ich würde alle Kolbenringe kontrollieren, da muss einer gebrochen sein.
Ja schon. Aber warum auf einmal gebrochen? Bevor der "neue" Zylinderkopf drauf kam, lief der Motor ja erste Sahne und hat kein Tropfen Wasser oder Öl verbraucht. Aber näheres weiss ich erst, wenn der Motorenbauer das Ding vermessen hat. Nächste Woche geht der Block zum Motorenbauer, der dann die Kolben zieht und sich die Kolbenringe anschaut. Er wird dann auch das Einbauspiel zwischen Kolben und Zylinderwand prüfen. Sollte das alles in Ordnung sein, dann kriegt der Block und Kopf hingestellt und soll sich 'ne Platte machen, warum der sich das Öl in die Ansaugbrücke reinzieht..

Ich rechne schon damit, das er den Block etwas aufhonen wird und ich Übermaßkolben mit Übermaßkolbenringen verbauen soll. Und wenns soweit kommt, dann soll der gleich auf 84mm aufbohren (1mm Übermaß) und je nach dem, ob er es für eine gute Idee hält, höherverdichtende Kolben vom MX5 verbauen.
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12

Montag, 1. November 2010, 19:03

Der Vollständigkeit halber:

Die Ölabstreifringe waren absolut fest und haben sich nicht mal mehr gedreht. Die Zylinderwände
haben die schon gleich gar nicht mehr berührt. Der Motorenbauer meinte, der Motor scheint wohl
mal Hitze bekommen zu haben. :wacko:

Motor wird auf 83,5mm aufgebohrt (2. Übermaß) und mit neuen Übermaß- Serienkolben sowie den
dazugehörigen Kolbenringen versehen. Dazu neue Lagerschalen für die Pleuel. Die Sache mit den
höherverdichtenden MX5-Kolben habe ich sein gelassen, da dass originale Steuergerät sehr schnell
an seine Grenzen kommt und mit der höheren Verdichtung nicht mehr umgehen kann. Diese Idee
würde dann einen riesen Rattenschwanz haben und meinen finanziellen Rahmen sprengen. Leider
kann man ins originale STG nicht reinschreiben - zumindest gibt es keinen, der es kann.

Der Motorenbauer meinte, dass der Motor vorher wohl nur auf dem letzten Pfiff noch das Öl abge-
striffen hätte. Durch den neuen Zylinderkopf jetzt war aber wieder der volle Druck/Kompression da,
was den entsprechenden Teilen dann den Rest gegeben hat. Weil vorm Zerlegen hatte er ja auch
kein Öl verbrannt, zumindest nicht so, dass man eine Wolke sehen würde.
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